Anja König Bild 1
Dieses Bild entstand während eines Klinikaufenthaltes, bei dem ich mich auch mit meiner Kindheit auseinandergesetzt habe. Ich hatte in der Ausstellung „abgegeben“  eines dieser Kinderbetten gesehen und konnte die Einsamkeit von damals fast körperlich spüren. Das wollte ich durch den unteren dunklen Teil ausdrücken. Und obwohl das alles in der Vergangenheit liegt und weitgehend unbewusst ist, zerstören die plötzlichen und heftigen Gefühle von damals (rote und schwarze Striche) immer wieder meine eigentlich schöne Gegenwart (blaue Farbe). Anja König

Kleine Sonnen

Ich grüße euch,

ihr kleinen Sonnen,

die vor Jahrzehnten lautlos explodierten,

Schwestern und Brüder im Geiste des Nichtvergessens, Nichtverstehens,

der Wut und der Leere,

die ihre Trümmerteile zusammensuchen,

vorsichtig, um sich nicht zu verletzen an Notwendigkeiten und anderen

scharfkantigen Worten,

um sie entlang verwachsener Lebenslinien zusammenzusetzen

zu neuen Sonnen, 

die noch wärmen im Herbst.

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Anja König

Anja König Bild 2
Auf diesem Bild habe ich versucht, positiver auf die Gegenwart zu schauen. Meine Vergangenheit hat ja auch eine ganz eigene Persönlichkeit hervorgebracht, mit  besonderen Früchten. Und obwohl ich mich keineswegs stabil wie ein Baum fühle, wünsche ich mir, mich irgendwann an seinen Stamm zu lehnen und sagen: Ja, so war es, das ist daraus geworden und ich bin jetzt hier und komme zur Ruhe. Anja König